Treppenlift-Förderung in Mecklenburg-Vorpommern: Landeszuschuss, Pflegekasse und KfW
Gute Nachricht für Mecklenburg-Vorpommern: Neben Pflegekasse und KfW gibt es hier ein echtes Landesprogramm mit Zuschuss. Richtig kombiniert lässt sich der Eigenanteil am Treppenlift damit deutlich weiter drücken als in den meisten anderen Bundesländern.
Diese Seite erklärt das Landesprogramm mit Voraussetzungen und Antragsweg und zeigt, wie Sie es mit Pflegekasse, KfW und Steuer zum maximalen Förderbetrag kombinieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Landeszuschuss: 30 % von maximal 15.000 € förderfähigen Ausgaben, also bis 4.500 € je Wohneinheit; für Eigentümer und Mieter
- Immer zusätzlich: Pflegekasse bis 4.180 € je Person ab Pflegegrad 1 (§ 40 SGB XI), Rest steuerlich absetzbar; der KfW-Zuschuss 455-B ist derzeit gestoppt (Stand: Oktober 2026)
- Reihenfolge: alle Anträge VOR der Auftragsvergabe stellen und bewilligen lassen
- Kosten-Basis: Sitzlift gerade Treppe 4.000–10.000 €, kurvig 9.000–17.000 € (Richtwerte, Stand: Oktober 2026)
Das Landesprogramm: Personenaufzüge und Lifte, barrierearmes Wohnen (LFI MV)
Mecklenburg-Vorpommern fördert Lifte mit einem eigenen Landesprogramm: Die Richtlinie „Personenaufzüge und Lifte, barrierearmes Wohnen“ zahlt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von 30 % auf maximal 15.000 € förderfähige Ausgaben, also bis 4.500 € je Wohneinheit. Gefördert werden unter anderem die Verbesserung von Treppenanlagen, die Nachrüstung mit Aufzügen, Türverbreiterungen und Badumbauten; abgezogen wird ein Bearbeitungsentgelt von 1,5 % (mindestens 30 €).
Antragsberechtigt sind selbstnutzende Eigentümer und Mieter (mit Einverständnis des Vermieters); eine Einkommensgrenze nennt die Programmseite nicht. Der Antrag muss zwingend vor Vorhabenbeginn beim Landesförderinstitut (LFI) gestellt werden.
Wichtig zu wissen: Es besteht kein Rechtsanspruch, bewilligt wird nach Haushaltslage. Das Programm war zwischenzeitlich pausiert und ist laut Landesregierung wieder geöffnet; fragen Sie vor der Planung kurz beim LFI nach dem aktuellen Stand.
Die Richtlinie gilt seit 1. Januar 2026 und tritt am 31. Dezember 2026 außer Kraft; ob sie für 2027 verlängert wird, ist offen (Stand: Oktober 2026). Weil das Programm schon Ende Juli fast vollständig belegt war, hat das Land es um 2 Millionen Euro aufgestockt, um einen Antragsannahmestopp zu vermeiden.
Die Töpfe, die überall gelten: Pflegekasse, KfW, Steuer
Der Landeszuschuss ist in Mecklenburg-Vorpommern nur ein Baustein. Kombinieren Sie ihn mit den bundesweiten Töpfen, die unabhängig vom Bundesland gelten:
Erstens die Pflegekasse: bis 4.180 € je pflegebedürftiger Person ab Pflegegrad 1 (§ 40 SGB XI), bei mehreren Berechtigten im Haushalt bis 16.720 € je Maßnahme; Antrag zwingend vor der Auftragsvergabe.
Zweitens der KfW-Investitionszuschuss 455-B: Er nimmt derzeit keine Anträge an, weil die Bundesmittel ausgeschöpft sind; ob 2027 neue Mittel bereitstehen, ist offen (kfw.de, Stand: Oktober 2026). Bei einer Wiederaufnahme gäbe es nach den zuletzt gültigen Konditionen 10 % für Einzelmaßnahmen (bis 2.500 €) bzw. 12,5 % für den Standard Altersgerechtes Haus (bis 6.250 €), ohne Pflegegrad-Voraussetzung. Drittens die Steuer: Der verbleibende Eigenanteil kann als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Den Fahrplan für die richtige Reihenfolge zeigt die Förderungs-Übersicht.
So gehen Sie in Mecklenburg-Vorpommern vor
Die Reihenfolge entscheidet über den Förderbetrag. Bewährt hat sich dieser Fahrplan:
Pflegegrad klären
Ab Pflegegrad 1 stehen die 4.180 € der Pflegekasse offen; ohne Pflegegrad zuerst prüfen, ob ein Antrag sinnvoll ist.
Landesprogramm anfragen
Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI) nach dem aktuellen Stand und den Antragsunterlagen fragen; Zuschussprogramme können haushaltsbedingt pausieren.
Angebote einholen
2 bis 3 Anbieter mit Vor-Ort-Aufmaß; die Angebots-Checkliste hilft beim Vergleichen.
Erst beantragen, dann beauftragen
Beim LFI muss der Antrag vor Vorhabenbeginn eingehen; Kostenangebote einzuholen oder anzunehmen gilt laut LFI noch nicht als Beginn. Wer vor der Bewilligung starten muss, kann beim LFI formlos die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn beantragen; bei der Pflegekasse gilt: Antrag vor der Auftragsvergabe.
Eigenanteil in die Steuererklärung
Belege sammeln; was Zuschüsse nicht decken, mindert als außergewöhnliche Belastung die Steuer.
Häufige Fragen
Gibt es in Mecklenburg-Vorpommern einen Landeszuschuss für Treppenlifte?
Ja: Personenaufzüge und Lifte, barrierearmes Wohnen. Es gibt 30 % von maximal 15.000 € förderfähigen Ausgaben, also bis 4.500 € je Wohneinheit; für Eigentümer und Mieter (Stand: Oktober 2026). Details und Antragsweg oben auf dieser Seite.
Was zahlt die Pflegekasse in Mecklenburg-Vorpommern?
Wie überall in Deutschland: bis 4.180 € je pflegebedürftiger Person ab Pflegegrad 1 für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (§ 40 SGB XI), bei mehreren Berechtigten im Haushalt bis 16.720 € je Maßnahme. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden; der Landeszuschuss kann hinzukommen. Zusammen dürfen Landeszuschuss und Pflegekassen-Zuschuss die zuwendungsfähigen Ausgaben aber nicht übersteigen.
Können auch Mieter in MV den Zuschuss beantragen?
Ja, ausdrücklich: Antragsberechtigt sind neben selbstnutzenden Eigentümern auch Mieter mit Einverständnis des Vermieters. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme beim LFI gestellt werden.
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Pflegekasse: bis 4.180 €
Der wichtigste Topf, Schritt für Schritt.
KfW 455-B
Derzeit gestoppt, eine Wiederaufnahme ist offen (Stand: Oktober 2026).
Was kostet ein Treppenlift?
Preisspannen und Angebots-Checkliste.
Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Pflegeberatung. Ob ein Zuschuss im Einzelfall bewilligt wird, entscheidet die zuständige Stelle.