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Barrierefrei wohnen: die wichtigsten Maßnahmen im Überblick

7 min Lesezeit Aktualisiert: Juli 2026 Als Quelle in Google merken

Ein Treppenlift löst die Treppe, aber Barrierefreiheit ist mehr als das. Wer länger selbstbestimmt zu Hause leben möchte, schaut das ganze Wohnumfeld an: Bad, Türen, Schwellen, Wege, Licht. Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Maßnahmen, grobe Kostenspannen und die Fördertöpfe, die dahinterstehen.

Die Zahlen sind Richtwerte und Durchschnittswerte aus Fachquellen (Stand: Juli 2026); verbindlich ist die individuelle Planung, am besten mit einer Wohnberatungsstelle.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bad: die häufigste Maßnahme; bodengleiche Dusche und Haltegriffe, komplett oft ab rund 5.000–8.000 €
  • Türen und Schwellen: lichte Breite ab 80 cm (90 cm für Rollstuhl), Schwellen möglichst niveaugleich (DIN 18040-2)
  • Maßstab: DIN 18040-2 mit Bewegungsflächen von 120 × 120 cm bzw. 150 × 150 cm für Rollstuhlnutzung
  • Förderung: Pflegekasse bis 4.180 € je Person (Deckel 16.720 € bei mehreren Berechtigten), KfW-Zuschuss 455-B (derzeit gestoppt, Bundesmittel ausgeschöpft; Stand: 31.07.2026) und KfW-Kredit 159

Was barrierefrei überhaupt heißt

„Barrierefrei“, „barrierearm“ und „altersgerecht“ werden oft vermischt. Als Maßstab dient die DIN 18040-2 für Wohnungen. Sie kennt zwei Stufen: „barrierefrei nutzbar“ und, strenger, „uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar“. Für den Alltag heißt das vor allem ausreichende Bewegungsflächen (120 × 120 cm, für Rollstuhlnutzung 150 × 150 cm), breite Türen und möglichst keine Schwellen.

Man muss nicht die ganze Norm erfüllen, um sicherer zu wohnen. Sinnvoller ist, die Maßnahmen nach dem tatsächlichen Bedarf zu priorisieren und genau dabei hilft eine Wohnberatung, die die Wohnung begeht.

Die wichtigsten Maßnahmen und ihre Kosten

Die mit Abstand häufigste Maßnahme betrifft das Bad: Der Umbau von der Wanne zur bodengleichen Dusche samt Haltegriffen und rutschhemmendem Boden liegt komplett oft bei etwa 5.000 bis 8.000 €; einzelne Elemente sind günstiger. Nach einer KfW-Auswertung liegt der Durchschnitt für einen barrierefreien Sanitärraum bei rund 7.900 €.

Weitere typische Eingriffe: Türverbreiterungen (eine einzelne Tür etwa 500 bis 1.000 €; laut KfW-Auswertung im Schnitt der Maßnahmengruppe deutlich mehr), Haltegriffe ab etwa 30 €, Rampen ab etwa 2.000 € für feste Anlagen und die Treppenüberwindung per Lift (im Schnitt gut 5.000 €). Ein kompletter altersgerechter Umbau summiert sich nach der KfW-Auswertung im Mittel auf über 23.000 €, kann aber je nach Umfang von wenigen tausend bis über 40.000 € reichen.

Förderung: Pflegekasse, KfW und Steuer

Der wichtigste Zuschuss kommt aus der Pflegeversicherung: bis 4.180 € je pflegebedürftiger Person ab Pflegegrad 1 nach § 40 SGB XI, bei mehreren Berechtigten im Haushalt bis zu 16.720 € je Maßnahme. Voraussetzung ist ein Pflegegrad; wie Sie ihn bekommen, steht im Ratgeber Pflegegrad beantragen.

Unabhängig vom Pflegegrad fördert die KfW: Das Zuschussprogramm 455-B „Barrierereduzierung“ war seit April 2026 vorübergehend wieder beantragbar, ist aber erneut ausgeschöpft; neue Anträge sind derzeit nicht möglich (kfw.de, Stand: 31.07.2026). Bei Wiederaufnahme gibt es 10 % für Einzelmaßnahmen (bis 2.500 €) oder 12,5 % für den Standard „Altersgerechtes Haus“ (bis 6.250 € je Wohneinheit); dazu gibt es den zinsgünstigen KfW-Kredit 159 (bis 50.000 €).

Die Konditionen ändern sich, prüfen Sie den aktuellen Stand. Was danach bleibt, kann steuerlich geltend gemacht werden. Der komplette Fahrplan steht in der Förderungs-Übersicht; die eiserne Regel bleibt: Anträge vor der Auftragsvergabe.

Wo Sie neutrale Planung bekommen

Bevor Sie einzelne Gewerke beauftragen, lohnt der Gang zur Wohnberatung: Kommunale Wohnberatungsstellen und die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung begehen die Wohnung, priorisieren die Maßnahmen nach Bedarf und kennen die regionalen Fördertöpfe, ohne Verkaufsinteresse.

Und wenn die Treppe der Kern des Problems ist: Der Treppenlift ist eine der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen, die sich in dieses Gesamtbild einfügen, mit demselben Förderweg.

Häufige Fragen

Was kostet barrierefreies Wohnen?

Das hängt stark vom Umfang ab. Ein barrierefreies Bad liegt komplett oft bei 5.000 bis 8.000 €, eine einzelne Türverbreiterung bei 500 bis 1.000 €, Haltegriffe ab etwa 30 €. Ein kompletter altersgerechter Umbau reicht nach KfW-Auswertung im Mittel über 23.000 €, je nach Fall von wenigen tausend bis über 40.000 €.

Welche Norm gilt für barrierefreies Wohnen?

Die DIN 18040-2 für Wohnungen. Sie unterscheidet „barrierefrei nutzbar“ und „uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar“ und nennt unter anderem Bewegungsflächen von 120 × 120 cm bzw. 150 × 150 cm, Türbreiten ab 80 cm (90 cm für Rollstuhl) und möglichst niveaugleiche Schwellen.

Welche Förderung gibt es für barrierefreie Umbauten?

Die Pflegekasse zahlt bis 4.180 € je Person ab Pflegegrad 1 (Deckel 16.720 € bei mehreren Berechtigten), die KfW bezuschusst über 455-B (10–12,5 %; Antragstellung derzeit gestoppt, Stand: 31.07.2026) und bietet den Kredit 159; der Rest kann steuerlich geltend gemacht werden. Anträge immer vor der Auftragsvergabe.

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Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Pflegeberatung. Ob ein Zuschuss im Einzelfall bewilligt wird, entscheidet die zuständige Stelle.

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