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Die Treppe sicherer machen, auch ohne Treppenlift

6 min Lesezeit Aktualisiert: Juli 2026 Als Quelle in Google merken

Nicht jede unsichere Treppe braucht sofort einen Lift. Oft senken schon kleine, günstige Anpassungen das Risiko spürbar: ein zweiter Handlauf, besseres Licht, markierte Stufenkanten. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was Fachstellen zur Sturzvorbeugung an der Treppe empfehlen, was es kostet und wo die Pflegekasse hilft.

Die Empfehlungen stammen von Fachstellen und sind als solche gekennzeichnet; ein Versprechen, Stürze zu verhindern, ist damit nicht verbunden. Bei wiederkehrender Sturzgefahr gehört die Ursache ärztlich abgeklärt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Handlauf: Fachstellen empfehlen Handläufe an beiden Seiten, durchgehend, über Anfang und Ende hinausgeführt
  • Licht: gute, blendfreie Beleuchtung, Lichtschalter an beiden Treppenenden, Bewegungsmelder oder Nachtlicht
  • Stufen: erste und letzte Stufe farblich absetzen, Kanten markieren, Anti-Rutsch je nach Belag
  • Weniger Stolperfallen: lose Läufer, Kabel, Gegenstände von der Treppe entfernen
  • Zuschuss: Solche wohnumfeldverbessernden Maßnahmen sind über § 40 SGB XI (bis 4.180 €) bezuschussbar; die Wohnberatung hilft neutral

Der zweite Handlauf: die wirksamste Einzelmaßnahme

Die Aktion Das Sichere Haus und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nennen den Handlauf an beiden Seiten als eine der wirksamsten Anpassungen: Er gibt auf beiden Seiten Halt, unabhängig davon, welche Hand kräftiger ist. Fachlich empfohlen wird ein durchgehender Handlauf, der über Anfang und Ende der Treppe hinausgeführt ist, gut umgreifbar (Durchmesser rund 3 bis 4,5 cm) und mit etwas Wandabstand montiert.

Ein zweiter Handlauf innen kostet als Material ab etwa 15 € pro Meter (Kunststoff) bis über 90 € pro Meter (Edelstahl); dazu kommt die Montage. Wer ohnehin über einen späteren Treppenlift nachdenkt, kann die Handlaufseite gleich passend planen.

Licht: den Weg sichtbar machen

Viele Stürze passieren, weil die Stufen schlecht zu sehen sind. Fachstellen raten deshalb zu guter, blendfreier Beleuchtung des Treppenhauses, zu Lichtschaltern an beiden Enden der Treppe (idealerweise im Dunkeln leuchtend), dazu ein Bewegungsmelder oder einem Nachtlicht, das den Weg automatisch ausleuchtet. LED-Leuchten mit Bewegungs- und Helligkeitssensor sind dafür günstig zu haben (Bewegungsmelder ab etwa 30 €).

Wichtig ist blendfreies Licht: Eine grelle Lampe, die direkt in die Augen scheint, macht die Treppe unsicherer, nicht sicherer.

Stufen: Kanten sichtbar und rutschfest

Zwei einfache Eingriffe an den Stufen senken das Risiko: Die erste und die letzte Stufe farblich absetzen und beleuchten, denn dort passieren die meisten Fehltritte; und die Stufenkanten markieren, damit sie sich klar vom Rest abheben. Je nach Belag helfen zusätzlich Anti-Rutsch-Streifen (ab etwa 50 €) oder rutschhemmende Gummistreifen.

Teppichläufer und Stufenmatten sind nur dann sinnvoll, wenn sie fest verlegt sind; lose Läufer sind selbst eine Stolperfalle. Und der wichtigste, kostenlose Punkt: Halten Sie die Treppe frei, keine abgestellten Gegenstände, keine losen Kabel.

Wann es nicht mehr reicht und wer zahlt

Diese Maßnahmen helfen bei nachlassender Sicherheit, sie ersetzen aber keinen Lift, wenn das Treppensteigen körperlich nicht mehr möglich ist. Wo die Grenze liegt, ist individuell; eine kostenlose Wohnberatungsstelle (etwa über die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung) begeht die Treppe vor Ort und priorisiert die sinnvollen Schritte.

Finanziell gilt: Auch Handläufe, Beleuchtung, rutschhemmende Maßnahmen zählen als wohnumfeldverbessernde Maßnahmen und sind über den Pflegekassen-Zuschuss nach § 40 SGB XI (bis 4.180 € je Person) bezuschussbar; die Kasse entscheidet im Einzelfall. Führt später doch kein Weg am Lift vorbei, hilft der Typen-Überblick bei der Auswahl.

Häufige Fragen

Wie kann ich eine Treppe ohne Lift sicherer machen?

Fachstellen empfehlen vor allem: Handläufe an beiden Seiten, gute blendfreie Beleuchtung mit Bewegungsmelder, das Absetzen und Markieren von erster und letzter Stufe, Anti-Rutsch je nach Belag und das Entfernen von Stolperfallen wie losen Läufern und Kabeln.

Was kosten solche Maßnahmen?

Vieles ist günstig: Anti-Rutsch-Streifen ab etwa 50 €, Bewegungsmelder ab etwa 30 €, ein Innen-Handlauf ab etwa 15 € pro Meter Material plus Montage (Richtwerte, Stand: Juli 2026). Eine Wohnberatungsstelle hilft, die sinnvollen Schritte zu priorisieren.

Zahlt die Pflegekasse auch kleine Umbauten an der Treppe?

Ja, Handläufe, Beleuchtung, rutschhemmende Maßnahmen zählen als wohnumfeldverbessernde Maßnahmen und sind über § 40 SGB XI (bis 4.180 € je Person) bezuschussbar. Die Kasse entscheidet im Einzelfall; der Antrag gehört vor die Auftragsvergabe.

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Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Pflegeberatung. Ob ein Zuschuss im Einzelfall bewilligt wird, entscheidet die zuständige Stelle.

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